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1888 – ein Jahr, in dem
drei Deutsche Kaiser versuchten, dem Deutschen Volk ihr bestes zu geben, ist
sicherlich stolz in die Deutsche Geschichte eingegangen.
Genauso voller Glanz sind
auch die 16 beherzten Männer in die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr
Kümmersbruck eingegangen, die 1888 die Freiwillige Feuerwehr Gärmersdorf
gegründet haben.
Es waren
Vitus Matthes
(Kommandant),
Michel
Koll (Vorstand),
Johann Daller,
Paul Gerstner,
Franz Rubenbauer,
Christian Lotter,
Josef Singer,
Josef Koll,
Josef Donhauser,
Michel Rubenbauer,
Johann Rubenbauer,
Johann Otzler,
Georg Michel,
Michel Gaßner,
Johann Flierl und
Johann Moser,
die sich zusammenschlossen,
um bei Feuersnot selbstlos und uneigennützig nach dem alten Spruch „Gott zur
Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ zugreifen und helfen zu können.

Die Ausrüstung
der Wehr war den damaligen Verhältnissen entsprechend recht einfach.
Anfangs stand nur eine Buttenspritze zur Verfügung, doch wurde schon
1891 ein Feuerwehrhaus in Moos gebaut und 1892 hatten es die
„Freiwilligen“ bereits zu einer Handdruckspritze gebracht (welche
sich noch heute in sehr gutem Zustand im Besitz der Wehr befindet).

Die Uniform bestand damals
aus einem grauen Kittel und einer grauen Hose, beides musste sich jedes Mitglied
selbst kaufen.

Über die Fahnenweihe am
23.07.1899 berichten nur die beiden Zeitungsanzeigen. Zu diesem Fest stand die
FFW Köfering (heute FF Haselmühl) Pate.

1898 richtete der
Verwaltungsrat an den Gemeinderat ein Gesuch, die bisherige Besoldung von 6 RM von jetzt ab aus der
Gemeindekasse zu bestreiten, ansonsten die Gemeinde selbst für Reinigung und
Instandhaltung der Feuerlöschgeräte zu sorgen und für die Anschaffung neuer
Feuerwehrgeräte rund 100 RM bereitzustellen hätte. Auch wurde durch das königl.
Bezirksamt die Feuerwehrzeitung für das Feuerlöschwesen zum Preis von 2,75 RM
bestellt.
1929. Ein erster
Meilenstein war am 12.05.1929 der Ankauf einer Motorspritze der Fa. Paul Ludwig,
Bayreuth, zum Preis von 3.650,- Goldmark. Der Gemeinderat verpflichtete sich zur
Überlandlöschhilfe, das Gerät in einem vorschriftsmäßigen Raum unterzubringen,
Beförderungsmittel und Schlauchmaterial bereitzustellen und das Gerät alle drei
Jahre fachtechnisch untersuchen zu lassen.
Am 04.08.1929 beschloss der
Gemeinderat mit 8:3 Stimmen, die neue Motorspritze in Kümmersbruck
unterzubringen. Der Unterrichtsraum dürfte den Anforderungen voll und ganz
genügen, und Pferde (6 Stück) sind auch genügend vorhanden. Die
Landesbrandversicherungsanstalt gewährte am 15.06.1929 der Gemeinde Gärmersdorf
zur Beschaffung der Motorspritze ein Darlehen von 1.600,- RM. Der große Tag kam.
Am 09.08.1929 wurde die zweirädrige, gummibereifte Motorspritze mit einer
Motorleistung von 18 PS, einer Förderleistung von 600 Liter pro Minute bei 60m
gesamt-manometrischer Förderhöhe und folgendem Zubehör – 9m Saugschläuche in 6
Stücken mit abschraubbarem, kupfernem Saugseiher, 3 Strahlrohre mit 6
Mundstücken, 1 Verteilungsstück mit 3 Absperrschiebern, 2 Schlauchhaspeln, eine
Decke für Motor und Pumpe, ein Magazin mit Werkzeug und Ersatzteilen und 200m
Schlauch (100m Schlauch wurden nachbestellt) – geliefert.
Die Pumpe, eine
Zentrifugalpumpe mit Wasserringansaugpumpe, trug die Typ-Nr. 13047 B 3 und
kostete 3.650,- Goldmark plus 3 Goldmark Verladegebühr.
Zum Vergleich:
1
Goldmark hatte den Wert von 1/279 kg Feingold
1 Deutsche Mark hatte den Wert von 1/27429 kg
Feingold
Brandinspektor Rieß hatte
am 18.08.1929 die Motorspritze von der Fa. Paul Ludwig, Bayreuth, über-nommen
und sie der Freiwilligen Feuerwehr Gärmersdorf übergeben. Die Männer der ersten
Stunde stellten sich rasch auf das neue Gerät ein. Bereits am 26.09.1929 wurde
eine Feuerwehrübung mit der neuen Motorspritze auf dem neu angelegten Löschteich
in Engelsdorf durchgeführt.

Die technische Wartung des
Gerätes war nicht ganz einfach. Dies zeigte sich bei der ersten Überprüfung am
15.07.1933 durch den Vereinsbeamten Inspektor Richter. Das Öl im Kurbelgehäuse
war verunreinigt und wies keine genügende Schmierfähigkeit auf. Am
Luftansaugstutzen des Vergasers fehlte die Absperrklappe, die Durchführung der
Trockensaugprobe war nicht bekannt, das Verschlußstück für den Saugstutzen
fehlte und die Skala des Vakuum-Manometers war für eine genaue Ablesung des
Unterdrucks zu klein. Die vorstehenden Mängel wurden mit dem verantwortlichen
Geräteführer Grabinger besprochen und behoben.

Die Auswirkungen des
Zweiten Weltkrieges spürte auch die Gärmersdorfer Wehr. Die „Manner“ waren an
der Front, und so schrumpfte die Wehr immer mehr zusammen. Doch Brandmeister
Georg Rothascher, der spätere verdiente erste Vorstand, machte aus der Not eine
Tugend. Kurzerhand baute er eine Feuerwehr-Frauenhelferinnen-Gruppe auf, die
bald in Ausbildungsstand und forschem Eingreifen den Männern in nichts
nachstand. Die Gärmersdorfer Frauen konnten und können noch heute berechtigt
stolz darüber sein, eine der ersten Wehren mit weiblichen Aktiven im Landkreis
Amberg gewesen zu sein.

1940 hatte Adjutant Hans
Hiltl das Amt des Kreisfeuerwehrführers der Landkreise Amberg und Sulzbach
übernommen. Auch Leonhard Flierl unterstützte die Wehr tatkräftig. Mit welchem
Ehrgeiz und Engagement er sich einsetzte, zeigte am 14.09.1942 ein Gesuch von
Landrat Dr. Hausner an die Reichswerke Hermann Göring, Amberg, (Luitpoldhütte AG
Amberg) den Bergmann und Feuerwehr-führer Leonhard Flierl, wohnhaft in
Gärmersdorf, geb. 08.08.1889, Tel. 769, von der Nachtschicht freizustellen.
Grund: der Bergmann Leonhard Flierl ist Feuerwehrführer in Gärmersdorf und soll
nun als Vertreter des Kreisfeuerwehrführers für den südlichen Teil des
Landkreises verwendet werden. Dies ist notwendig, weil der Kreisfeuerwehrführer
Hans Hiltl, wohnhaft in Kümmersbruck, Hs.-Nr. 60, Tel. 739, verschiedentliche
Feuerwehrkurse an der Feuerwehrschule in Regensburg abhalten muss.

Im September 1944 erhielten
der zum Unterkreisführer ernannte Kommandant Leonhard Flierl und Brandmeister
Georg Rothascher das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse für ihr opferbereites
Einstehen in der Hilfe für den Nächsten. Disziplin und Ordnung herrschten damals
schon in der Gärmersdorfer Wehr. Dies verdeutlicht am 20.07.1944 die Bestrafung
von Feuerwehrmann Josef Glaser wegen wiederholtem Fernbleiben vom
Feuerwehrdienst zu einer Geldstrafe von 5 Reichsmark. Krieg, Zusammenbruch,
Nachkriegszeit, Georg Rothascher war Wehrführer. Doch auch er wollte in dieser
wirren Zeit nur das Beste für die Wehr, und erreichte, dass 1945 ein
Tragkraftspritzenanhänger (TSA) gekauft wurde.
Am 06.01.1958 wurden Ludwig
Koll zum 1. Kommandanten und Nikolaus Rothascher zum 1.Vorstand gewählt. Ihrer
Initiative verdankt die Wehr den Ankauf einer Tragkraftspritze (TS 8/8, welche
bis 1998 im Dienst stand) im Jahre 1958. zum 70. Gründungsfest am 27.07.1958
konnten die Fahnenbräute und Fahnenbegleiter eingeladen werden, welche schon
1899 der Fahne das Geleit gaben. Patenverein war wieder die Freiwillige
Feuerwehr Köfering (heute FF Haselmühl).
1963 konnte die Wehr ihr
erstes Kraftfahrzeug anschaffen, ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) Ford 1250.
In einer Ausschusssitzung
am 20.07.1965 legte der damalige Bürgermeister Michael Kohl die Pläne für das
neue Gerätehaus mit Wohnung im ersten Stock vor. Das neue Heim, welches für
115.000 DM erstellt wurde, wurde am
12.12.1965 feierlich durch H. H. Pfr. Max Hartmann eingeweiht. Im August war die FFW Gärmersdorf Patenverein beim 75. Gründungsfest der FFW Köfering (heute FF
Haselmühl).
In der Generalversammlung
am 06.01.1966 wurde als 1. Feuermelder der Gastwirt Josef Gehring und als
Ersatzmann Metzgermeister Heinrich Feil festgelegt. Bei einem Notfall wurden die
Genannten von der Polizei oder der Feuerwache Amberg telefonisch verständigt.
Sie mussten dann die Sirene auslösen.
Das 80. Gründungsfest
konnte am 14.07.1968 gefeiert werden, und im gleichen Jahr wurde auch das neue
Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) Ford 1300 eingeweiht, welches erst 1997 wegen
eines größeren technischen Defekts außer Dienst gestellt wurde.
1976 wurde die Freiwillige
Feuerwehr Gärmersdorf erstmals mit Funk ausgerüstet (FuG 7 b). Ab 1979 wurden
auch kontinuierlich Funkwecker angeschafft. Die erste Funkausbildung fand am
04.11. und 14.11.1981 in Kümmersbruck statt.
Bereits am 06.06.1981 war
der Spatenstich zum Gerätehausanbau. Dieser konnte nach 2300 unentgeltlich
geleisteten Arbeitsstunden zusammen mit dem neuen Tanklöschfahrzeug TLF 16/25,
MB/Bachert, am 27.06.1982 eingeweiht werden.
1988 wurden schließlich
unter der Leitung von Michael Hausmann die beiden Garagen am Gerätehaus
errichtet.

1997 wurde das
Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) wegen eines nicht mehr zu reparierenden
technischen Defekts außer Dienst gestellt. Als Ersatz diente ein
Löschgruppenfahrzeug (LF 8) MB Unimog/Metz, Baujahr
1966, der zu diesem Zweck aus Unterammergau überführt wurde. Als das neue
Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6) an die Freiwillige Feuerwehr Theuern ausgeliefert
wurde, konnte die Wehr das alte LF 8 MB/Ziegler, Baujahr 1985, der Theuerner
Wehr übernehmen.
Im Frühjahr 1998
schließlich erfolgte die Umbenennung der Freiwilligen Feuerwehr Gärmersdorf in
Freiwillige Feuerwehr Kümmersbruck, womit zum einen dem Standort Genüge getan
wurde, zum anderen aber auch der Gebietsreform von 1972, bei der die ehemaligen
Gemeinden Gärmersdorf, Köfering und Theuern zu der Gesamtgemeinde Kümmersbruck
zusammengelegt wurden.
Ebenfalls konnte in diesem
Jahr die neue Tragkraftspritze TS 8/8 der Fa. Ziegler, Typ Ultra Power, in
Betrieb genommen werden. |